Veröffentlicht am 16. September 2026 · Lesezeit etwa 7 Minuten
Die Ledigkeitsbescheinigung ist die amtliche Urkunde, die belegt, dass einer Eheschließung kein Eintrag entgegensteht. Soll in der Türkei die Ehe mit einer ausländischen Person geschlossen werden, verlangt das Standesamt diese Urkunde von der ausländischen Seite. Je nach Land trägt sie einen anderen Namen: Ehefähigkeitszeugnis, Personenstandsbescheinigung, single status certificate, Ledigkeitsbescheinigung.
Woher erhält man die Urkunde?
Die ausländische Seite erhält ihre Urkunde von der zuständigen Behörde ihres Heimatstaates — in der Regel der Personenstandsbehörde, der Gemeinde oder einer dem Justizministerium nachgeordneten Stelle. Es gibt zwei praktische Wege:
- Sie bei der zuständigen Behörde im Heimatstaat beschaffen und in die Türkei mitbringen
- Sie beim eigenen Konsulat in der Türkei beschaffen
Kann die beim Konsulat ausgestellte Urkunde auf Türkisch oder zweisprachig ausgefertigt werden, verkürzt sich das Verfahren. Bei einer aus dem Heimatstaat mitgebrachten Urkunde ist dagegen die Beglaubigungskette erforderlich.
Apostille oder konsularische Beglaubigung?
Maßgeblich ist, ob der ausstellende Staat Vertragspartei des Haager Apostille-Übereinkommens ist.
Ist der Staat Vertragspartei: wird die Urkunde in ihrem Heimatstaat mit der Apostille versehen. Eine zusätzliche konsularische Beglaubigung in der Türkei ist nicht erforderlich.
Ist der Staat nicht Vertragspartei: wird die Urkunde zunächst beim Außenministerium dieses Staates und anschließend bei der türkischen Auslandsvertretung dort beglaubigt. Diese Kette dauert länger und kann die Gültigkeitsdauer der Urkunde aufzehren.
Der Übersetzungsschritt
Sobald die beglaubigte Urkunde in der Türkei vorliegt, wird sie von einer beeidigten Übersetzerin oder einem beeidigten Übersetzer ins Türkische übertragen. Die Standesämter verlangen überwiegend, dass die Übersetzung notariell beglaubigt ist. Da auch die Apostille Bestandteil der Urkunde ist, muss sie in die Übersetzung einbezogen werden — nur den Urkundentext zu übersetzen und den Vermerk auszulassen, gehört zu den häufigsten Gründen für die Rückweisung einer Akte.
Achten Sie auf die Gültigkeitsdauer
Die Ledigkeitsbescheinigung ist keine unbefristete Urkunde; viele Stellen erwarten, dass sie innerhalb einer bestimmten Frist ab dem Ausstellungsdatum vorgelegt wird. Wer die Urkunde sehr früh beschafft und die Apostille- und Übersetzungskette langsam betreibt, erscheint am Trauungstag mit einer abgelaufenen Urkunde. Die richtige Reihenfolge lautet: zuerst den Trauungstermin grob festlegen, dann die Urkundenkette in Gang setzen.
Weitere gemeinsam verlangte Unterlagen
Die Ledigkeitsbescheinigung allein genügt nicht. Von der ausländischen Seite werden zusätzlich ein gültiger Pass und ein Ausweisdokument, die Geburtsurkunde sowie das vom Standesamt benannte ärztliche Gutachten verlangt. Bei einer bereits zuvor verheirateten Person ist zudem eine Urkunde über die Scheidung oder den Sterbeeintrag erforderlich; auch diese Urkunde durchläuft dieselbe Beglaubigungs- und Übersetzungskette.
Wie betreuen wir diese Kette?
Wir klären von Anfang an, welcher Staat zur Apostille-Kette gehört, welche Urkunde welche Beglaubigung benötigt und wie die aktuelle Liste des Standesamts aussieht. Die Übersetzung der Ledigkeitsbescheinigung erstellt unser Team beeidigter Übersetzerinnen und Übersetzer, die notarielle Beglaubigung veranlassen wir. Anhand des Terminkalenders prüfen wir zudem, ob die Gültigkeitsdauer der Urkunde bis zum Trauungstag reicht.
Rechtsgrundlage
Die Vorschriften des Türkischen Zivilgesetzbuchs Nr. 4721 über Ehehindernisse; das Übereinkommen von 1961 zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation (Haager Apostille-Übereinkommen); die Praxis zum Personenstandsdienstgesetz.
Rechtsvorschriften und Verwaltungspraxis können sich ändern. Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information; für eine auf Ihre Akte bezogene Bewertung ist ein Gespräch erforderlich.